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Statement

Künstlerstatement

Archaische Symbole und Objekte aus unterschiedlichsten Kulturen, die ihre Faszination über Jahrtausende hinweg bewahren konnten, sind ein zentrales Thema in den skulpturalen Arbeiten von Sonja Keppler. Ihre Werke bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Wesenhaftem und Formgewordenem. Sie knüpfen an die frühe Geschichte der Bildhauerei an, an mythische Artefakte, Ritualobjekte und Votivgaben, ohne je deren Funktion oder Symbolik zu übernehmen. Die Objekte entstehen intuitiv, in einer ursprünglichen, fast meditativen Herangehensweise, die an die spirituelle Tiefe vorantiker Kulturen erinnert, ohne diese zu kopieren.
Sonja Keppler experimentiert mit Materialien, deren Herkunft ebenso gegensätzlich wie bedeutungsvoll ist: Elektroschrott steht neben Keramik, Draht neben Bronze, Plastik neben Papiermaché. In ihren Händen werden scheinbar wertlose oder technische Reste zu sinnlich aufgeladenen Objekten mit haptischer Präsenz. Die daraus entstehenden Oberflächen – rissig, porös, glänzend oder verkrustet – erinnern an organische Prozesse ebenso wie an den Zerfall antiker Artefakte. Es sind Oberflächen, die die Berührung suchen – eine ästhetische Strategie, die in der taktilen Materialerfahrung der Moderne ebenso verwurzelt ist wie in vorindustriellen Kulturen.
Ihre Auseinandersetzung mit antiken Kulturen, insbesondere der griechischen, spiegelt sich auch in ihren thematischen Bezügen zur Philosophie und Ästhetik. Die Künstlerin würdigt die formale Sprache vergangener Epochen, überträgt sie in die Gegenwart und stellt sie heutigen Fragestellungen gegenüber.

sonja keppler
sonja keppler

 Ihre „Rauchskulpturen“, inspiriert durch eine Reise ins Erzgebirge und die dortige Räuchermännchen-Tradition, verknüpfen Volkskunst und archaische Formensprache auf ungewöhnliche Weise.
In ihren neuesten Arbeiten thematisiert Sonja Keppler den Zerfall und die Vergänglichkeit. Die ästhetischen Prinzipien des japanischen Wabi-Sabi – das Schöne im Unvollkommenen, die Erhabenheit im Vergehenden – fließen in die Gestaltung brüchiger, rissiger Oberflächen ein. Plastiken entstehen, die wirken wie uralte Fundstücke: zerstört und doch ganz im Jetzt verortet. Sie stehen sinnbildlich für das Menschsein, für Verlust, Wandel und Kontinuität. Der Einfluss ihres Professors Abraham David Christian, der sie in ihrer frühen künstlerischen Entwicklung prägte und mit der japanischen Kunstphilosophie vertraut machte, ist bis heute spürbar.
So verknüpfen sich in Sonja Kepplers Werk kunsthistorische Referenzen, materialästhetische Experimente und kulturelle Erinnerungen zu einer eigenen, zeitgenössischen Formensprache, die das Archaische nicht zitiert, sondern neu denkt.

sonja keppler

Archaic symbols and objects from a wide range of cultures—objects that have retained their fascination across millennia—form the core of Sonja Keppler’s sculptural work. Her pieces hover between figuration and abstraction, between being and becoming. They connect to the early history of sculpture, to mythical artifacts, ritual objects, and votive offerings, without ever adopting their function or symbolism. Created intuitively, her objects evoke a primal, almost meditative creative process that recalls the spiritual depth of pre-antique cultures without imitating them.
Sonja Keppler experiments with materials whose origins are as contrasting as they are meaningful: electronic waste appears alongside ceramics, wire beside bronze, plastic beside papier-mâché. In her hands, seemingly worthless or technical remnants are transformed into sensually charged objects with a palpable physical presence. The resulting surfaces—cracked, porous, shiny, or encrusted—recall both organic processes and the decay of ancient artifacts. These are surfaces that invite touch—an aesthetic strategy rooted as much in modern tactile material experience as in pre-industrial cultures.Her engagement with ancient cultures, especially Greek antiquity, is also reflected in her thematic references to philosophy and aesthetics. The artist pays tribute to the formal languages of past epochs, transferring them into the present and confronting them with contemporary questions.
Her “smoke sculptures,” inspired by a journey through the Ore Mountains and the local Räuchermännchen (smoking man) folk art, weave together popular tradition and archaic form in unexpected ways.
In her most recent works, Sonja Keppler addresses themes of decay and transience. The aesthetic principles of Japanese Wabi-Sabi—the beauty of imperfection, the dignity of the ephemeral—inform her cracked and broken surfaces. The resulting sculptures appear like ancient relics: damaged and yet grounded in the present. They symbolize the human condition, loss, change, and the passage of time. The influence of her professor Abraham David Christian, who shaped her early artistic development and introduced her to Japanese art philosophy, remains tangible to this day.
In Sonja Keppler’s work, art historical references, material experimentation, and cultural memory converge into a distinctive, contemporary formal language that does not quote the archaic—it reimagines it.